Willkommen in der Evangelischen Kirchengemeinde Lichterfelde

AN(GE)DACHT...
offene Kirche

Jeder Mensch sei schnell zum Hören,
langsam zum Reden, langsam zum Zorn.

Jakobusbrief 1,19 - Monatsspruch Juli 2019

Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Freunde unserer Kirchengemeinden,

wann waren Sie das letzte Mal so „ganz Ohr"? Ich könnte auch fragen: Na? Wieder mal die „Ohren auch Durchzug geschaltet"? Kennen Sie sicher...
Das Ohr ist im Schöpfungsreigen eine ganz besonders wichtige Erscheinung. Was wären Gottes Geschöpfe — Mensch wie Tier — ohne Ohren? Ohren ermöglichen Orientierung, spielen beim Gleichgewicht eine entscheidende Rolle, sind filigran gebildet und können Reize so weiterleiten, dass dem Menschen — am Unterarm oder im Nacken — schon mal wohlig „die Haare zu Berge" stehen.
Ohren sind eines unserer „Tore zur Welt". Durch sie können wir in Sprachen interagieren, können Gefühle nachempfinden, können uns die Welt anhören — uns auch vor Gefahren in Sicherheit bringen.
Der Verfasser des Jakobusbriefes, der sich unter die Autorität des Apostels Jakobus stellt, erinnert im Spruch für den Monat Juli nun an eine ganz wichtige Gebrauchseigenschaft des Ohres. Es geht ums Zuhören, ums genau Hinhören. Es geht darum, wirklich jemandem gegenüber „ganz Ohr" im Sinne von ungeteilter Aufmerksamkeit und Zugewandtheit zu sein. Es geht nicht um etwas, was man nur vom „Hörensagen" kennt und auch nicht um das, „was einem eben so zu Ohren gekommen ist".
Letzteres ist oft nur schnell und sensationslüsternd abgelauscht und deshalb auch zu schnell weitergetratscht und geklatscht. Tratsch und Klatsch gibt es in dieser Welt leider viel zu viel. Und viel zu oft. Schon in der Timeline (wörtlich: Zeitlinie) von Twitter und Facebook im Internet. Aber auch bei uns und in unseren Gemeinden, auch bei Dir und mir. Warum? Weil wir eben nicht wirklich zugehört haben. Weil wir unsere Ohren nicht wirklich „aufgesperrt haben", um zu hören und zu verstehen. Weil wir viel zu schnell mit kaltherzigen oder halbfertigen Meinungen unsere Umwelt und Mitmenschen behelligen.
Unserem Monatsspruch nach wären Langsamkeit und damit Achtsamkeit ratsam. Langsamkeit im Reden, Langsamkeit im Zorn. Ich würde hinzufügen: Fehlerfreundlichkeit praktizieren! Weniger Gerede, auch weniger üble Nachrede, und am Besten gar keinen Zorn mehr — statt dessen: Zuhören, genau Hinhören, „ganz Ohr sein". Mehr Wohltat also! Eine gute Übung für uns alle und für die vor uns liegenden Sommermonate. Einfach mal jemandem, die oder der es braucht, „sein Ohr leihen" — ganz in Ruhe, „Wohl" tuend — das wäre doch mal was.

Bleiben Sie, bleibt ihr sommerlich behütet!   Ihr/ Euer Ulf Haberkorn


 

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